NÜRNBERGER ZEITUNG - 1.9.2004 - [B0409013]

Die Farben leuchten

Sündersbühl: U-Bahn Bau geht planmäßig weiter

Die Farben an der Decke lassen erahnen, wie sich der neue U-Bahnhof Sündersbühl den Fahrgästen einmal präsentieren wird. Feuerrot, Erdbeerrot, Rehorange und Kadmiumgelb werden hier für Akzente sorgen. Für weniger Freude sorgt im Stadtteil die von der SPD losgetretene Diskussion um die Zukunft der U-Bahn. Eine Verlängerung nach Fürth-Süd ist mehr und mehr Zukunftsmusik. Der Bahnhof Gustav-Adolf-Straße dürfte die Endstation bleiben.

"Wir liegen im Zeitplan etwas zurück, aber zu nennenswerten Beeinträchtigungen wird es nicht kommen", heißt es aus dem U-Bahn-Bauamt zum aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Streckenabschnitt der U 3 zwischen Rothenburger Straße und dem vorläufigen Endhaltepunkt Gustav-Adolf-Straße.

Ab Frühjahr 2005 beginnt auf der Strecke Rothenburger Straße/Gustav-Adolf-Straße der Probebetrieb für die führerlosen U-Bahnzüge, ein halbes Jahr nach Testbeginn auf dem Nordast der U 3 Richtung Klinikum. Ein ganzes Jahr lang werden die Geisterzüge dann auf der Strecke unterwegs sein, ohne Fahrer und natürlich auch ohne Fahrgäste. Erst dann könne man sicher sein, dass das neue System auch wirklich funktioniert.

Auch am Bahnhof an der Gustav-Adolf-Straße sind die Arbeiten im Zeitplan. Der Rohbau steht, derzeit wird am Innenleben gearbeitet. Im Spätherbst, so hofft man, wird die Kreuzung Wallensteinstraße / Gustav-Adolf-Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Die Diskussion über einen Verzicht auf weitere U-Bahnstrecken zu Gunsten des Straßenbahnnetzes tangiert die Arbeiten in St. Leonhard derzeit nicht, sagt Udo Graf vom U-Bahn-Bauamt der Stadt. Er gehe aber davon aus, dass die U 3 kein Torso bleiben werde. Genau das befürchtet aber der Bürgerverein Nürnberger Westen. Man rechne mit dem Weiterbau, zumal es an der Gustav-Adolf-Straße weder Pläne noch Platz für Parkplätze und Park-and-Ride gebe.

SPD-Fraktionsvorsitzender Gebhard Schönfelder verweist darauf, dass es keinen Stadtratsbeschluss bezüglich eines Weiterbaus der U-Bahn nach Gebersdorf/Fürth-Süd gibt. Zuerst müsse der Landkreis Fürth sagen, wie er sich einen Nahverkehrsanschluss dort vorstellt. Dann könne man weiterreden. An der Gustav-Adolf-Straße müsse also nicht zwangsläufig das Ende des öffentlichen Nahverkehrs sein. Insofern sei die Diskussion um die Situation dort eine "reine Monddebatte".

rs - 1.9.2004 0:00 MEZ

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